Was ist tiergerecht

Die Labelbewertung www.essenmitherz.ch des Schweizer Tierschutz STS gibt Auskunft darüber, welches die empfohlenen Labels und Standards hinsichtlich Tierwohl sind. Der STS empfiehlt Labels mit der Bewertung TOP und OK, deren Anforderungen viel Tierwohl garantieren, beispielsweise freie Bewegung, Beschäftigung, Auslauf oder Weide. Mit der Bewertung will der STS den Konsumentinnen und Konsumenten eine Orientierungshilfe bieten und den tierschützerischen Wert von Produkten aufzeigen.
 

Der Bundesrat hat mit seinem direkten Gegenentwurf zur Massentierhaltungsinitiative bestätigt, dass in der konventionellen Nutztierhaltung Handlungsbedarf besteht. Diverse tierschutzwidrige Aufstallungssysteme etwa sind bis heute legal.

 

Gemäss STS-Labelstatistik wurden in der Schweiz im 2020 in den Hauptkategorien Rindvieh, Schweine, Lämmer und Geflügel insgesamt 83 Millionen Tiere geschlachtet (exkl. Importfleisch).

 

Davon sind lediglich 10 Millionen respektive 12,2 Prozent tierfreundlich gehalten oder werden als Labelprodukte (inkl. bio) abgesetzt. Leider stagniert dieser Anteil oder nimmt in einzelnen Bereichen sogar ab.

Kuh und Kalb

Für den
Durchblick im Labeldschungel

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Was können die Konsumentinnen und Konsumenten tun?

Weniger, dafür nachhaltig und artgerecht produziertes Fleisch und nicht nur die Filetstücke, sondern möglichst alles vom Tier konsumieren. Viele Konsumentinnen und Konsumenten richten sich bereits danach und es werden immer mehr. Der Anteil an Konsumentinnen und Konsumenten, die ihren Fleischkonsum reduzieren und vermehrt vegetarische oder vegane Mahlzeiten konsumieren, wächst. Das hilft, um ein nachhaltigeres Ernährungssystem zu schaffen.
Vegetarischer Burger

Damit die Konsumentinnen und Konsumenten jedoch bewusste Kaufentscheidungen unter Berücksichtigung von tierfreundlich produzierten tierischen Produkten treffen können, sind sie auf transparente und nachvollziehbare Informationen angewiesen.

 

Dies betrifft insbesondere auch die Verpflegung ausser Haus, denn dieser Anteil ist im Durchschnitt sehr hoch: jede zweite Mahlzeit wird ausser Haus eingenommen. Fragen Sie deshalb nach vegetarischen und veganen Angeboten und erkundigen Sie sich, wie und wo das Fleisch produziert wurde.

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Gesunde, ausgewogene Ernährung

Im Nationalen Forschungsprogramm «Gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion» (NFP 69) wird deutlich, dass die gesundheitlichen Aspekte ein fester Bestandteil der Nachhaltigkeitsdiskussion sind. Die Kampagne «Weniger Fleisch – dafür aus tiergerechter Haltung» nimmt auch die Gesundheitsaspekte auf.

Eine ausgewogene Ernährung gemäss der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) fördert das körperliche Wohlbefinden und trägt dazu bei, Krankheiten vorzubeugen. Die Empfehlungen werden bildlich durch die Schweizer Lebensmittelpyramide veranschaulicht.

Lebensmittel der unteren Pyramidenstufen werden in grösseren, solche der oberen Stufen in kleineren Mengen benötigt. Die Kombination der Lebensmittel im richtigen Verhältnis macht eine ausgewogene Ernährung aus. Eine Ernährung nach der Schweizer Lebensmittelpyramide besteht überwiegend aus pflanzlichen Lebens­mitteln wie Gemüse, Früchten, Getreide, Kartoffeln, Hülsenfrüchten etc.

 

Tierische Lebensmittel wie Milch, Milchprodukte, Eier, Fleisch und Fisch neh­men in der Lebensmittelpyramide einen kleineren Platz ein. Die SGE empfiehlt, nicht öfter als zwei- bis dreimal pro Woche Fleisch (inkl. Geflügel, Wurst etc.) zu essen und Fleisch aus umwelt- und artgerechter Produktion zu wählen.

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Nachhaltige und standortangepasste Produktion – faire Abgeltung

Der Einsatz für nachhaltige Ernährung umfasst mehr als die Förderung einer vegetarischen und veganen Ernährung. Über neunzig Prozent der Bevölkerung konsumieren tierische Produkte wie Milchprodukte (inkl. Käse), Eier und Fleisch. Das Tierwohl spielt beim nachhaltigen Konsum eine zentrale Rolle. Deshalb setzen wir uns ein für weniger Fleisch und bessere Tierhaltung.
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Wir stärken eine bäuerliche Landwirtschaft, deren Produkte vom Markt fair abgegolten werden müssen.

 

Mit den tierfreundlich erzeugten Produkten können die Bäuerinnen und Bauern eine höhere Wertschöpfung erzielen.

 

Gleichzeitig soll die Landwirtschaft nachhaltig und standortangepasst produzieren. Dies bedeutet im Grasland Schweiz eine raufutterbasierte Nutztierhaltung.

 

Weniger Fleischkonsum und mehr tierfreundlich erzeugte Produkte bringen Fortschritte für die Tiere, die Umwelt, die Menschen und nicht zuletzt für die Bäuerinnen und Bauern.